Universität Zürich

IPMZ - Institute of Mass Communication and Media Research

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    Max Schrems ist Sprecher der Initiative europe-v-facebook.org, die sich für die Verbesserung des Datenschutzes bei Facebook einsetzt.

     

    Er wird am 6.12.2012 im Rahmen der Vorlesung «Medien, Öffentlichkeit, Gesellschaft» einen Gastvortrag zum Thema «Facebook und Datenschutz» halten.

     

    Bekannt wurde die Initiative europe-v-facebook, da sie im Jahr 2011 über 20 Anzeigen gegen Facebook bei der irischen Datenschutzbehörde einbrachte. Max Schrems und seine Freunde lösten damit das grösste Datenschutzverfahren in der Geschichte von Facebook aus. "Der Mann, der Facebook nervt", nannte ihn deshalb die Süddeutsche Zeitung.

     

    Max Schrems wird in seinem Gastvortrag die Datenschutzprobleme bei Facebook erklären und über seine Ambitionen, seine Vorgangsweise und den Stand der Dinge im aktuellen Verfahren gegen Facebook berichten.

     

    Die öffentliche Vorlesung findet am Donnerstag, 6. Dezember 2012 um 14.00 Uhr an der Universität Zürich, Irchel, Raum Y24-G-45 statt. Adresse: Winterthurerstrasse 190, 8057 Zürich.

  • Prof. Dr. Johannes Bauer (Michigan State University) wird im Rahmen der Vorlesung «Medienwandel durch Innovation» einen Gastvortrag zu «Netzneutralität – Der Kampf um ein offenes Internet» halten. Die öffentliche Vorlesung findet am Dienstag, den 4. Dezember 2012 um 16:15 Uhr in BIN-0-K.02, Binzmühlestrasse 14, 8050 Zürich statt.

     

    Die Netzneutralitätsdebatte ist zentral für die Zukunft des Internet mit potenziell gravierenden Auswirkungen für seine weitere Entwicklung. Die Offenheit und Transparenz des Internet trägt massgeblich zur Innovationsdynamik der digitalen Ökonomie bei. Sie ist auch ein Grundstein des Beitrags des Internet und neuer Medien zu Demokratie und Redefreiheit. Diese Offenheit ist technologisch in der Architektur des Internet verwurzelt, die aus pragmatischen Designkonventionen entstand. Mit der zunehmenden Diversifizierung von Anwendungen, Nutzern und Geschäftsmodellen ist diese historische Lösung jedoch zusehends unbefriedigend, weil sie sinnvolle Formen des Netzmanagements erschwert und Innovationen im Netzbereich möglicherweise behindert. Der Kern der Netzneutralitätsdebatte ist, wie die erwünschten Ziele der Innovationsdynamik bei Anwendungen und Diensten sowie der Redefreiheit und des demokratischen Potenzials des Internet in einer Welt rapide zunehmender Datenflüsse abgesichert werden können. Der informelle Zugang der Vergangenheit, aufbauend auf freiwilligen Vereinbarungen, wird zusehends als zu schwach angesehen, um dies sicherzustellen. Die USA, Holland und einige weitere Länder haben spezifische, aber umstrittene Massnahmen ergriffen, um ein offenes Netz abzusichern. Ein nächster Meilenstein wird die World Conference on International Telecommunications (WCIT) Ende 2012 in Dubai sein, wo eine Gruppe von Internetanbietern stärkere Freiheit fordern, Zugangsentgelte von Inhaltsanbietern zu verlangen und Länder wie China, Indien und Russland stärkere Autorität suchen, das Netz zu regulieren. Der Vortrag wird die Grundlagen dieser wichtigen Internetdebatten, laufende Kontroversen und mögliche Lösungen diskutieren.

     

    Johannes M. Bauer ist Professor für Telekommunikation, Informationsstudien und Medien an der Michigan State University, East Lansing, USA. Zudem ist er Direktor für besondere Forschungsprojekte am «Quello Center for Telecommunication Management and Law» an der gleichnamigen Universität. Im Frühjahrssemester 2012 war er Gastprofessor am IPMZ.